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Couscous

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Wäh.

Das Erste Horn  - Richard Schwartz

Havald ist ein Arschloch. Leider keins von der charmanten Sorte, sondern ein selbstverliebter larmoyanter alter Sack.

Das ist leider die einzige emotionale Reaktion, die „Das erste Horn“ mir abringen kann. Schade.

 

Es gibt die üblichen Fantasy-Zutaten: ein bisschen mittelalterliches Flair, Ritter, Magie, (Dunkel-)Elfen und Briganten. Alles versammelt in einem eingeschneiten Wirtshaus. Nach der ersten Nacht gibt es schon die erste Leiche.
Klingt interessant? Eine Mischung aus Whodunnit und Fantasy? Isses aber nicht wirklich.

 

Neben Havald gibt es noch Leandra, eine (natürlich) superheiße Magierin und Kämpferin – klingt nach interessanter Heldin? Is nich. Sie lässt sich von Havald niederschlagen, ist ach-so-weltfremd, weil sie den Töchtern des Wirts helfen will und auch sonst irgendwie zu nichts recht zu gebrauchen. Außer natürlich dafür, dass Havald ein bisschen vor sich hinsabbern kann, weil sie ja sooo schööön ist. Und sie mag ja eine perfekt ausgebildete Kämpferin am königlichen Hof sein – das aber auch nur, weil alle sie da so nett finden und bei Kämpfen gewinnen lassen.

 

Havald ist der Ich-Erzähler. Was den Leser ausführliche Einblicke in seine Jammermonologe übers Altwerden, alt sein und den großartigen Körperbau Leandras bietet. Na danke.

 

Und dann Havald und diese ganze Vergewaltigung-is-nich-nett-aber-so-schlimm-auch-nich-Thematik.
Die Briganten beäugen die 14-jährige Tochter des Wirts in eindeutiger Absicht? Na, dann soll sich doch eine der anderen beiden vergewaltigen lassen, um es den anderen zu ersparen! Warum sollte er seine Haut riskieren? Die anderen tätens ja auch nicht (außer Leandra, aber der erklärt er immer wieder, wie unvernünftig das wäre).
Er hat selbst zusammen mit Kameraden ein Bauernmädchen mehrmals vergewaltigt? Aber er war doch einer der Netten! Als er mit ihr fertig war, durfte sie weinen und in seinem Bett schlafen! Und was zum Waschen hat er ihr auch gebracht!

 

… und das ist der Superheld dieser Story, der allen anderen zeigt, wie der Hase läuft?!
Ein klugscheißender Feigling von einem Superritter, der sich in einen Tisch schubsen lässt, sich dabei ein paar Rippen bricht – was dann natürlich sofort zu einem Hämatothorax führt, der dann im Handumdrehn von der anwesenden Dunkelelfe geheilt wird (im Austausch für – kein Scherz – eine Nacht ordentlichen Zeugungssex mit demjenigen, der Havald geschubst hat. Jaha, auch Dunkelelfen haben eine biologische Uhr.)

Ich bin beim ersten Drittel des Romans. Ich weiß echt nicht, ob ich noch Bock hab, weiterzulesen. Mir schwant übles.
Bis jetzt? Kriegt er einen Stern dafür, dass der Stil lesbar ist. :(