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Couscous

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Tödliche Kantaten

Tödliche Kantaten ein Musikkrimi - Sebastian Knauer

Leipzig, Bach, Musik, alte Notenmanuskripte ... perfekte Zutaten für einen spannenden Musikkrimi!

 

Oder auch nicht.

 

"Tödliche Kantaten" ist nicht grauenhaft schlecht aber sehr, sehr naja.

Der Autor kann glaubwürdige Charaktere schaffen - keine teifgründigen psychologischen Studien, aber das muss ja nicht sein. :) 

Ich mag Magdalena, eine Bratschistin (oder Bratscherin, der Autor verwendet beides, was mich ein bisschen gestört hat). Sie ist selbstbewusst, mutig und klug ohne eine Superheldin zu sein. Pit Koch und seine Lebensgefährtin waren auch sympathisch dargestellt und keine "Pappfiguren".

 

Was aber die Handlung angeht. Hui!

Spoileralarm ist überflüssig, weil von der ersten Seite an klar ist, was passiert und wer dahintersteckt :)

Ein superreicher, supermächtiger Superbösewicht mit künstlerischen Leidenschaften baut sich sein musikalisches Paradies mit eigenem Orchester und "eigenen" (d.h. offiziell verschollenen) Kompositionen.

Gut.

Eine Flötistin wird vom Hubschrauber aus ins Meer befördert (warum, ist bist zum Schluss nicht wirklich einleuchtend).

Nicht ganz so gut.

"Hausmeister Didi" (die Namen denk ich mir nicht aus, das meint der Autor echt ernst!!) enteckt in der Thomaskirche Hinweise auf verschollene Kompositionen von JSB (jaja, den Namen schreibt man nicht aus, wenn man ein richtiger Bach-Hipster ist!). Zufällig kennt er den Privatdetektiv Pit Koch und lässt ihn mal ermitteln.

Pit Koch (der Pit Koch heißt, habe ich das erwähnt?) kennt zufällig einen Haufen Leute, die ihm weiterhelfen können. Seine neue Flamme (hackt sich überall ein und kann auch noch Telemann nach Gehör am Klavier nachspielen), einen Kollegen bei Scotland Yard (der ihm mal schnell Ermittlungsakten kopiert), einen Musiksachverständigen (der die Echtheit der Kompositionen nach dem ersten Hören bestätigen kann) und und und.

 

Der Leser folgt dabei manchmal Pit Koch (der Name fällt gefühlt in jedem zweiten Satz), seiner Freundin, dem Hausmeister, dem Bösewicht, dem Bodyguard des Bösewichts oder der Musikerin Magdalena. Das wäre nicht so schlimm - die Handlung ist simpel genug, dass man gut folgen kann, aber es gibt ständig nicht sofort erkennbare Zeitsprünge. Was? Jetzt ist er in London? Eben war er doch in Hamburg?! Wie, die ist tot, er hat doch auf der letzten Seite mit ihr geredet?! Hä, die ist jetzt wieder in Deutschland? Ich dachte, die wollten sie umbringen?!?

 

Man kann natürlich eine Geschichte so erzählen, dass von anfang an klar ist, wer der Täter und was das Motiv ist. Aber dann sollte man bitteschön auch Spannung aufkommen lassen. Aber hier ... flutscht alles nur so. Ermittlungen in Hamburg, Leipzig, Berlin, London und in den USA - nie gibt es echte Hindernisse oder Probleme.

Und die Namen! Hausmeister Didi! Stöckelschuh (der Spitzname der Sekretärin)! Der Schattenmann (ein Namenloser Killer. Hätter er den nicht Bill nennen können, oder Jackß)! :D

 

Richtig gut gefallen haben mir (auch wenn ich keine Ahnung habe, warum die da drin waren) die eingeschobenen Episoden aus Bachs Leben. Wenn ich mich recht erinnere waren es drei oder vier - und die fand ich echt gelungen.

 

Also. Kein Kunstwerk, ein bisschen Schliff vom Lektorat wäre nicht schlecht gewesen - aber eine sehr interessante Idee! Und dafür (und für die Figuren) gibts Punkte (oder Sternchen).