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Couscous

Couscous

Ich lese. Manchmal mache ich auch was anderes :)

Ich lese gerade

Hypnose und Trance: Inspiration, Meditation, Entspannung Ausmalbuch für Erwachsene
Luis Eduardo Bertone
Die Nachhut - Hans Waal

Hm. Die Idee ist nicht schlecht, aber leider kann ich mit der Umsetzung nicht wirklich was anfagen.
Es geht um vier "vergessene" SS-Männer, die in unserer Gegenwart aus dem Bunker auftauchen und ein bisschen durch die Gegend irren.
Erzählt wird aus drei Perspektiven: einer der SS-Männer schreibt tagebuchartig an seine Schwester, ein Journalist schreibt rückblickend (warum er das tut, ist mir bis zum Schluss nicht klar geworden) an eine Polizei-Ermittlerin (die seine Geliebte wird) und sie schreibt rückblickend an den Journalisten (warum? Keine Ahnung)
Diese Art des Erzählens NERVT verdammt schnell. Es ist einfach unlogisch und unglaubwürdig.


Das zweite Problem: zu viele Handlungsstränge. Die irrenden SSler, die Journalisten um den 2. Erzähler und irgendeine nebulöse Polizeiaktion, um die SSler wieder einzufangen.


Das dritte Problem: viel zu überzogen. Gut, bei der Ausgangssituation muss mane eh bereit sein, Schrägheiten aller Art zu akzeptieren, aber mir wars dann zu viel.
Die Typen haben in etwa eine Ahnung, wie viel Zeit vergangen ist - und erwarten, dass der Krieg immer noch andauert? Sie laufen durch ein wiederaufgebautes Deutschland und glauben ernsthaft, dass der Krieg immmer noch nicht vorbei ist?! Sie gehen ernsthaft davon aus, dass alle Strukturen nach 60 Jahren unverändert existieren? Echt??


Natürlich gibt es die zu erwartenden Begegnungen: mit den Medien, mit heutigen Nazis, mit einem nostalgischen Ostdeutschen etc.
Und das Ende? Uah. Der Erzähler landet in einer Ausstellung über NS-Verbrechen und erkennt, dass stimmt, was ihm alle in den letzten Tagen so erzählt haben über Kriegsende und -verbrechen.

Und? Ich habe echt ein Problem damit, SS-Leute als lustige Protagonisten zu sehen, tut mir leid.